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Lesespaß mit Lesepaten

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Lesepaten

hinten v.l.n.r.: Die Lesepatinnen Edeltraud Deneke, Anne Witthaut, Rita Lerch, Bärbel Olfermann, Angela Thieleke und die Koordinatorin des Lesepatenprojekts an der Almeschule Doris Lensing-Decke. Vorne v.l.n.r.: eine Gruppe Lese-Lern-Kinder der 1. Klasse: Rouven, Marc, Lukas, Lidia

Mucksmäuschenstill ist es in der Schülerbücherei der Bürener Almeschule bei einem Unterricht der besonderen Art. Edeltraud Deneke, eine von 43 Bürener Lesepatinnen und –paten, sitzt in der Mitte der Erstklässler und liest vor. An diesem Montagmorgen ist es die Geschichte von Cornelius, dem Krokodil. Vier Jungen und Mädchen lauschen gespannt und genießen die Vorlese- und Lesestunde mit ihrer Patin, die den Kleinen beim Sprechen, Lesen, Formen und Bilden bekannter, aber auch neuer Wörter hilft.

Was man aus Buchstaben alles machen kann, ist für die Erstklässler immer wieder spannend – auch für Frau Deneke, die sichtlich Freude am Lernen der Kinder hat. „Es ist schön, zu erleben, mit wie viel Eifer die Kinder bei der Sache sind und welche Sprach-Fortschritte sie machen. Selbst lesen können sie erst in Ansätzen, aber sie hören aufmerksam zu, bekommen ein Gefühl für die Sprache und lassen sich für das Lesen begeistern“, freut sich die Lesepatin. „Es gibt so viele lustige, anregende und anschauliche Bilderbücher mit kleinen Textpassagen gerade für die kleinen „Leser“ und vielleicht wird ein Leseanfänger später einmal zur „Leseratte“, schmunzelt die pensionierte Lehrerin. Auch Bärbel Olfermann, Anne Witthaut, Rita Lerch und Angela Thieleke, ebenfalls Lesepatinnen an der Almeschule, treffen sich mit viel Freude und Engagement Woche für Woche mit ihren „Lesekindern“. Schulleiterin Ingrid Dreyer: „Ich bin dankbar über die Hilfe der Patinnen und Paten, die Hand in Hand mit unseren Lehrerinnen und Lehrern arbeiten und ihre Zeit und Unterstützung anbieten.“ Doris Lensing-Decke, Klassenlehrerin der 1. Klasse der Almeschule, ist hier für die Koordination und Begleitung des Lesepatenprojekts zuständig und betont nachdrücklich die enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrerinnen und Patinnen, denn die jeweilige Klassenlehrerin gibt der Patin die individuellen, auf das Kind bezogenen Informationen und Anleitungen.

Lesepatin Frau Deneke und Kinder
Marc, Lidia, Lukas und  Rouven lauschen gespannt den Worten ihrer Lesepatin Edeltraud Deneke.

Seit Mitte April sind sie im Einsatz für Spaß und Sprache – 43 Männer und Frauen mit Zeit und Begeisterung, die in allen Bürener Grundschulen, der städtischen Förderschule Almeschule und demnächst in der LWL-Förderschule Moritz-von-Büren Kindern ihre eigene Freude am Buch weitergeben: die Lesepaten. Sie hatten sich Ende 2009 auf einen Aufruf der Arbeitsgruppe II des Bürener Bündnisses für Familie gemeldet; die Arbeitsgruppe II arbeitet unter der Leitung von Ingrid Koch zu den Themen „Freizeit, Bildung, Generationen“. Nach einem ersten Informationsabend folgten fast alle an der Lese-Patenschaft Interessierten dem Aufruf zur Paten-Fortbildung, bei der sie viele Tipps für ihre ehrenamtliche Lese-Tätigkeit und den Umgang mit Kindern erhielten.

Nun kommen die Ehrenamtlichen regelmäßig einmal in der Woche in die Bürener Schulen und ziehen sich mit einem oder mehreren Kindern in einen ruhigen Raum zurück, in dem sie den Kindern vorlesen, ihnen beim Lesen zuhören oder mit ihnen sogar das Schreiben üben. „Im kleinen Kreis fällt es vielen Kindern leichter, Sprechen und Lesen zu lernen“, weiß Hedwig Thiele, die ehemalige Schulleiterin der Josefsgrundschule, die im Bürener Stadtgebiet die Organisation und die Betreuung des Projekts übernommen hat. Sie weiß von vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Patinnen und Paten zu berichten. Einerseits lesen sie den Kindern vor, andererseits lassen sie die Kinder vorlesen, üben das Buchstabieren oder sogar das Schreiben.

So liest beispielsweise Lisa Czuka, Lesepatin an der Lindenhofschule, mit zwei Jungen und ist stolz, dass die Kleinen sich von Mal zu Mal mehr zutrauen. „Es ist mir wichtig, Kindern den Wert unserer Sprache und eines Buches zu vermitteln. Nicht nur Fernsehen und PC-Spiele sind Spaß und Unterhaltung, vielmehr können Vorlesen und Lesen ebenso lustig und spannend sein  – das möchte ich den Kindern zeigen“, erklärt Lisa Czuka ihre Motivation.

Lesemotivation, Sprachförderung und Lesehilfe sind die hauptsächlichen Aufgaben der Lesepatinnen und -paten – und fast wie von selbst wächst auch das Selbstvertrauen der Lese-Lern-Kinder, wenn sie ihre kleinen und großen Erfolge erleben. Wichtig ist, dass ein persönliches Verhältnis zu jedem Kind entwickelt und Vertrauen aufgebaut werden kann. Darum soll die Patenschaft grundsätzlich auf einen längeren Zeitraum angelegt sein. Wer Interesse am Thema hat und sich vielleicht selbst als Lesepate engagieren möchte,  kann sich bei der Stadtverwaltung Büren, Irmgard Dahlhoff-Heinrich, Tel.: 02951/110 oder beim Familientelefon 02951/937100 informieren. 

Ihr Bürener Bündnis für Familie und Bildung

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